Kanackische Welle

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Wie weiß ist (deutscher) Klima-Aktivismus? - mit Aaliyah Bah-Traoré, Shaylı Kartal & Aminata Touré

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Hier ein paar Shownotes:

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Chefket gegen „Fridays for Future“: Klima retten nur für weiße Deutsche https://taz.de/Chefket-gegen-Fridays-for-Future/!5597614/

Afropod - Kompromisslos Schwarz https://www.podcast.de/podcast/687813/

Kenianische Aktivistin Wangari Maathai http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/wangari-maathai/

Zu Klimawandel aus Schwarzen Perspektiven: http://www.africavenir.org/news-details/article/klimawandel-rassismus-und-globale-verantwortung-kommentierte-quellenliste.html


Kommentare

Fuxig
by Fuxig on
Die Kommentare unter eurem wichtigen Beitrag machen mich traurig. Sie zeigen, wie schnell sich viele privilegierte Menschen angegriffen fühlen allein durch die Darstellung eurer Perspektive. Eure Kritikpunkte konnte ich gut nachvollziehen und würde viele davon auch aus eigener Erfahrung von ca. zehn Jahren Ökoaktivismus in Organisationen bestätigen. Die Personalpolitik in den meisten Orgas berücksichtigt Diversität nur auf dem Papier, wenn überhaupt. Ich kenne auch Fälle von offener Diskriminierung von BIPoC, viel mehr noch von gut kaschiertem, überschminkten Rassismus. Das Problem ist tatsächlich, dass die klassischen Umwelt-NGOs erst angeregt durch Ende Gelände und FFF begonnen haben, Klimaschutz und soziale Probleme, Fragen von ungerechter Verteilung und Macht zusammen zu denken. Viel zu lange waren die süßen bedrohten Tierarten Marketing-Instrumente auf der Suche nach mehr Mitgliedern. Hier waren und sind viele Umwelt-NGOs der gleichen perversen Marktlogik verfallen wie viele Unternehmen, die sie selbst kritisieren. Indem die NGOs diese kapitalistische Logik unkritisch übernommen haben anstatt darauf hinzuwirken den Diskurs zu verändern und indem sie antirassistische Arbeit lange vernachlässigt haben (und es weiter tun), gehen sie leider am Kern des Problems vorbei. Denn die Klimakrise ist auch eine soziale Krise, die Beendigung neokolonialer Ausbeutung ist eine Voraussetzung dafür, dass wir die schlimmsten Folgen der Klimakrise noch eindämmen können. Ich sehe leider kaum Bewegung in den etablierten NGOs, was das Bewusstsein dafür betrifft - und das wäre ja eine Voraussetzung, um überhaupt zur Veränderung zu kommen. Bei Ende Gelände, FFF und XR wird zumindest über Rassismus gesprochen. Dennoch glaube ich, wir stehen leider noch ganz am Anfang. Umso wichtiger ist euer Hörstück und ich danke euch fürs Thematisieren. Ich hoffe, es fühlen sich durch eure Sichtweise viele Menschen angegriffen, denn dann habt ihr bei diesen Leuten etwas getroffen, das besprochen werden muss. Allerdings nicht primär von BIPoC untereinander besprochen, sondern von privilegierten Weißen untereinander in schonungsloser Selbstkritik und dann in Dialog mit den Marginalisierten. In diesem Sinne möchte ich allen weißen Umweltaktivist*innen sagen: Mischt euch ein in eurer Organisation zum Thema Klimagerechtigkeit und Rassismus. Und zwar bitte, bevor es "Vorfälle" gibt, die das schreibbar erfordern. Denn diese Vorfälle hat es längst und schon viel zu lange gegeben, z.B. an jedem Tag, an dem eine BIPoC eben nicht für eine Stelle ausgewählt wurde, an dem nicht über Rassismus gesprochen wurde, an dem ihr nicht aufgestanden seid, um euch selbst zu hinterfragen. Ich fühl mich übrigens nicht frei von Rassismus, auch wenn ich durch eine lange Liebespartnerschaft mit einer BIPoC glaube ich schon gut sensibilisiert bin. Aber es ist ein langer Weg zur Überwindung von Rassismus, patriarchalischem Denken (ja, auch bei Frauen!) und kapitalistischer Ausbeutung - materieller Art und in unseren Köpfen. Wir müssen endlich ernsthaft damit anfangen!
Miba
by Miba on
Hey ihr, danke für den Podcast! Ich bin selbst klimapolitisch aktiv und ihr habt mir nochmal andere Sichtweisen mitgegeben und mich zum Nachdenken gebracht.
Antonia
by Antonia on
mh. ich kann mich Jamaika und Co. nur anschließen. Ich finde gerade den Anfang ein bisschen zu einseitig beleuchtet. Soll ich mich jetzt als "weiße" angegriffen fühlen, dass ich mich für den Klima und Umweltschutz engagiere. Es ist in der Regel (nach meinem Informationsstand) einfacher für eine lebenswerte Umwelt einzusetzen durch bewusste Konsum entscheidung. Dazu kommt, dass der meiste Biokaffee fairtrade ist und viele öko menschen sich bewusst für fair fashion entscheiden. Ich finde ihr bedient euch da auch einfach den Klischee person of color bedeutet gleich nicht arme Person. Desweiteren kann ich euren Wut verstehen, dass die Medien sehr stark auf Greta abfahren und viele Menschen, welchen das Thema Umweltschutz am Herzen liegt geht das ähnlich. Es gibt so viele Menschen, die sich vorher Unheimlich stark für den Umweltschutz engagiert haben und es immer noch tuen aber nur weniger Aufmerksamkeit bekommen. Ich finde ihr geht auch ein bisschen einseitig daran in dem ihr PoC zu Wort kommen lasst und nicht eine Plattform des Austauschen schafft. Viele organisationen würden sich sehr freuen, wenn es sich mehr PoC bei Ihnen engagieren. Doch würdet ihr euch bewerben wenn Greenpeace, BUND oder WWF Jugend aktiv Campagner mit schwarzen Hautfarbe ausschreiben würden und damit andere Leute herunterfallen lassen würden? Warum geht ihr nicht oft auf die Organisationen? Seit der COP in Bonn mit dem Ausrichterland Fitschi kreist übrigens die Parole "What do we want? Climate Justice" umher und auch die Taloa Gespräche wurden von Fitschi eingeführt bei denen Alle Länder auf Augenhöhe verhandeln.. Versteht mich nicht falsch. ich fand den Potcast informativ und hab ihn mir auch bis zum schluss angehört aber ich fühle mich einfach dadurch verletzt. Dass ihr einfach davon ausgeht, dass allen Weißen umweltschützern ein Toter Tiger mehr wert ist als ein toter Nigerianer.. ich finde das Erben von CO2 Fußabdrücken auch nicht gut. Denn was kann ich denn dafür dass meine Eltern weiterhin fliegen und ich sie darum bitte dies nicht mehr zu tun.
Kana
by Kana on
Alter Schwede die Hetze gegen weiße nimmt ja langsam Züge an die an Hitler erinnern und mit welcher Normalität und Gelassenheit ihr euren Hass zum Ausdruck bringt ich hätte nicht gedacht dass es schon so krass und weit fortgeschritten ist. Progrom incomming
Jamika
by Jamika on
ch wollte einmal ein paar Dinge an euren Gespräch kritisieren, die mir gerade beim hören aufgefallen sind. Zum einen, dass ich selbst Klimaktivistis bin und mich sehr viel auch gegen Rassismus einsetze, antikapitalischtisch denke und für Menschenrechte für alle(!) Menschen, offene Grenzen usw bin .( Ohne in irgendwelchen Szenen dort zu sein, oder Fachwörter zu benutzen) . Das beides schließt sich ja wohl nicht aus , und so ist es bei vielen in dieser Bewegung und meinem Umfeld . Mein Freund ist selber ein Geflüchteter und ich bekam die letzten 3 Jahre zu spüren wie sehr Rassismus Thema ist. ( Vorher war es mir in dem Maßen auch nicht klar ). Es macht mich traurig wie ihr über Klimaaktivisnis und "Öko"- Leute redet , warum müsst ihr Leute gegeneinander ausspielen ? Anstatt zu sehen dass wir alle im gleich Boot sitzen .. Warum muss sich jeder immer von jeden angegriffen fühlen , warum soll es schlecht sein fürs Klima einzutreten ? Die Klimakrise betrifft uns alle oder? Warum sollen nicht die Leute , die das Privileg dazu , die Kapazität und das nötige Bewusstsein haben, dies nicht tun ?! Noch zu einem anderen Punkt : Meine Mutter ist in den letzten Jahren zum Bespiel extrem arm gewesen , hat trotzdem immer weiter Bio gekauft, weil sie fest daran glaubt wie wichtig es ist unseren Planeten nicht zu zerstören . Es gibt etliche Leute hier im Westen die schon seit Jahren keine Lust mehr auf das ganze haben und ihren kompletten Lebensstil darauf ausrichten eben nicht Ausbeuterisch zu leben gegenüber anderen Ländern Menschen und auch der Natur ! Obwohl sie extrem Existenzängste hatte , war sie überzeugt und hat es auch geschafft , und es geht . Verbindung zur Natur und Tieren ist genau so wichtig wie die Verbindung zu anderen Menschen überall auf der Welt, finde ich . Es macht mich traurig wie ihr vieles zum Problem macht was keins ist, auch zum Problem macht , dass Menschen auf die Straßen gehen und sich für die Umwelt einsetzen . Schließt euch an , bringt die Menschenreche mit ein und super , dass wir dann endlich für alle relevanten Probleme auf die Straße gehen . Manche Leute tun das übrigens alles nicht aus Bosheit , sondern sind einfach noch nicht so aufgeklärt zum Thema Menschentechtsverletzungen in vielen Ländern der Welt , was da gerade so abgeht usw.. Da muss Bewusstsein geschaffen werden , genau so wie bei euch , wag ich jetzt einfach Mal zu behaupten , mehr zum Thema Klima etc. Ich Frage auch meine Geflüchteten Freunde immer , ob sie mitkommen wollen , aber da sie derzeit mit vielen Struckturen zu kämpfen haben, kann ich verstehen , dass sie es nicht tun . Ich sehe mich als westlichen Menschen dazu verpflichtet, da ich dieses Privileg erhalten habe , mich für die Natur einzusetzen , genau so für andere Menschen die Benachteilligt werden .Dennoch sollten alle Menschen die Verbindung zur Natur wieder herstellen und checken , dass alles zusammen gehört , wie wichtig und wunderschön Sie ist und dass wir auch vollkommen von ihr abhängig sind und weitere Folgen der Klimakriese zu mehr Flucht und Kriegen führen können. Und sehe dabei nicht auf irgendjemand herab sondern auf Augenhöhe. Ich finde es wirklich schade , welches Bild hier gezeichnet wird und auch auf eine Art gespaltet wird , ich wäre gerne dabei gewesen beim Gespräch, weil ihr alle einer Meinung zu sein scheint und hätte ein bisschen eine andere Sichtweise und andere Erfahrungen mit eingebracht .
Minh
by Minh on
Alter feier Aaliyah megaaaaa
Bojo
by Bojo on
naja am Alexanderplatz gibt es wohl kaum noch das Problem der mehrheitlich weißen Menschen....
Katja
by Katja on
Vielen Dank für euren Podcast! Ich gehöre zur weißen privilegierten Schicht, die sich seit Jahren in der Friedensbewegung und seit mehreren Jahren in der Klimabewegung engagiert. In vielen Punkten stimme ich euch zu, in manchen war ich etwas verwundert - ziemlich absolut, wie gesagt wurde, dass kein*e Weiße*r sich Privilegien bewusst sei, zB. Oder, dass ihr euch einig wart, dass wir ein System-Problem habt, dann aber doch individuelle Reparationen fordert. Diese sollten ebenso systemisch sein, denke ich, und ja, natürlich haben “die Weißen“ es verbockt. Ich arbeite als Ärztin und versuche, mich in meinem beruflichen und privaten Bereich zu engagieren, wohl wissend, dass viele POC erst gar nicht in meine Position kämen. Nur, was tun? Deswegen nicht mehr aktiv sein? Ich tappe selbst oft genug in die Falle des positiven Rassismus und habe mehr Fragen als Antworten zu dem Wie? einer Klimagerechtigkeitsbewegung.
Neo
by Neo on
Vielen vielen Dank für diesen Podcast. Ich bin ein Mensch mit Migrationshintergrund,den man es deutlich ansieht. Durch euren Podcast und euren Beiträgen realisiere ich erst jetzt im Erwachsenenalter wie es für mich als Kind war in einer Gesellschaft mit mehrheitlich weissen Menschen. Ihr hilft mir im Leben besser klar zu kommen. Thx!
Hoda
by Hoda on
Komme gerade vom FFF Berlin, it is white-washed, no doubt. Habe lange nicht eingesehen, warum ich mit Eso-Veganer und Öko-Ottos zum Brunch in P-Berg soll, sondern aus Protest zum Protest jeden Schawarma gefeiert. Jetzt, wo ich intersektional denke, ist mein Verzicht auf Schawarma auch Teil meiner anti-rassistischen Seele. Top Folge, müsst ihr über den Alexanderplatz schreien! :) Könnt ihr noch den Kommentar von Vanessa vewrlinken? SLM

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