Kanackische Welle

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Der "Sunken Place": Selbstablehnung als Schwarzkopf unter Almans - mit Oğuz Yılmaz & Duygu Gezen

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Der Sunken Place, eine Phase in der man kein volles Bewusstsein über seine Identität hat und dazu tendiert sich der Mehrheit anpassen zu wollen. Im Extremfall kann die Andersartigkeit zu Selbsthass und Selbstablehnung führen. Gemeinsam mit Oğuz Yılmaz & Duygu Gezen ergründen wir unsere Erfahrungen und stellen einen konkreten Anwendungstest auf. Wie tief seid ihr gesunken auf der "Sunken Place Phasenskala"?Hört rein und schreibt uns eine DM mit der Antwort. Enjoy!

Falls ihr Lust habt, werdet Habibi-Member: https://steadyhq.com/kanackischewelle <3

Trailer zum Film "Get Out": https://www.youtube.com/watch?v=On3wTlJb_EM


Kommentare

Minh
by Minh on 24. November 2019
Die ganze Thematik ist so komplex! Zum Thema "Emma" hab ich noch einen Gedanken: Ich litt - wie viele von uns - unter einer ambivalenten Erziehung; bestimmt auch, weil meine Eltern mit der Zeit in diesen "Sunken Place" gefallen sind. Einerseits sollte ich mich nämlich anpassen und bloß nicht auffallen, andererseits durfte ich meine vietnamesische Seite aber auch nicht verleugnen, weil ich sonst unsere Familie beschämt hätte. Als ich Widerwillen dann meinen deutschen Pass bekommen habe und ich noch gefragt wurde, ob ich einen weißen Alternativnamen annehmen möchte (nein.), bin ich aaaausgerastet und hab meine Eltern gefragt, was das soll: Erst sollte ich meinen vietnamesischen Pass abgeben und dann auch noch meinen vietnamesischen Namen? Und warum konnte ich mein vietnamesischen Dasein dann nicht genauso leicht ablegen, wenn es um Partys oder einen Freund ging? Hab erst viel später verstanden, dass sie mir (wieder einmal) das Leben erleichtern wollten und gar nicht den Gedanken hatten mir meine vietnamesische Identität abzusprechen. Ich denke, dass dies nur ein Ausschnitt aus dem Spektrum ihrer Überlebenstrategien (und bestimmt auch Hoffnungen und Wünsche, mit denen sie damals nach Deutschland gekommen sind) war und ich denke, dass es ganz wichtig ist, dass wir in der letzten Phase mit unseren Eltern sprechen, damit wir sie und auch uns besser verstehen können!
Volpe
by Volpe on 15. November 2019
Super Sendung. Kenne den Film nicht, hab aber "DEN" Ausschnitt auf yt (Youtube) gesehen. Das Prinzip ist noch viel universeller anwendbar, z.B. auch mit feministischem Aspekt (Karriere machen müssen on top zur gegenderten Rolle) oder auch in der queeren Community, wo das Queersein verdrängt und geheiratet wird mit Kindern und allem und mit MItte 40 dann erst das Coming Out hat. Minderheitenrollen im Mainstream, egal wie, egal wo. Riesending und Mindblowing, wenn man sich drauf einlässt und die Scheuklappen abnimmt. Auch als privilegierter Cis-Alman. Danke für den Podcast! Mind blowing. Und Danke für den Filmtipp, schaue ich mir noch an.
Selbstzugeschriebene Süsskartoffel
by Selbstzugeschriebene Süsskartoffel on 15. August 2019
Vielen Dank, gerade mit 40 nochmal einiges gelernt!
Selbstzugeschriebene Süsskartoffel
by Selbstzugeschriebene Süsskartoffel on 15. August 2019
Vielen Dank, gerade mit 40 nochmal einiges gelernt!
Silke
by Silke on 14. August 2019
Das hat mich richtig nachdenklich gemacht. Ein Stück weit kenne ich die Selbstverleugnung und das Maskieren bis zur Unkenntlichkeit auch durch meinen Autismus. Ich versuche deshalb auch zu verstehen, wie es Angehörigen anderer Minderheiten (Falls das Wort unpassend ist, entschuldige ich mich. Mir fällt gerade nur kein besseres ein.) geht.
Aufrechtgehn
by Aufrechtgehn on 08. August 2019
Ich bin durch eine Twitter-Empfehlung auf Euren Podcast gestoßen und fand's super spannend! Ich bin Alman (darf ich die Bezeichnung eigentlich selbst verwenden oder ist das anmaßend?), kann aber als (mittlerweile schon etwas älterer) schwuler Mann einiges von dem nachempfinden, was Ihr berichtet habt, von der Selbstablehnung über das unbedingt dazugehören Wollen bis zur Coming-Out-Phase, wo ich mich eine ganze Zeit lang, wohl auch als Kompensation, als was total Besseres gefühlt habe als all die dumpfen Heteros. Ist natürlich trotzdem eine andere Erfahrung als Eure, klar. Aber es hat mich auch neugierig gemacht auf Geschichten von Leuten, die ebenfalls, wenn ich das so sagen darf, nicht hundertprozentig zur Mehrheitsgesellschaft gehören. Das sind eh immer die Interessanteren. Und vielen Dank für die wunderschöne Wortschöpfung "Süßkartoffel". :)
Dorrin
by Dorrin on 08. August 2019
Sehr cool. Was ihr vielleicht noch hättet berücksichtigen, betonen können - ist der ökonomisch-soziale Aspekt, also die Klassenfrage. Weil das klang ja immer wieder automatisch schon mit an, wenn ihr etwa die Berufe der Eltern erwähnt hattet. Und realtalk vieles, vieles natürlich auch nicht, von dem, worüber ihr gesprochen habt (Almans in ihren Einfamilienhäusern, kein Geld fürs Auslandsjahr oder zum Ski-Fahren usw.), das sind nicht nur Differenzen zwischen Alman und Nicht-Almans, sondern zwischen arm und reich. Und das schlägt sich natürlich auch auf den Umgang, die "Identität" usw. nieder. Also noch mehr intersektional denken, wäre schön. Aber eh großes Lob...
zwu
by zwu on 08. August 2019
Topsendung! Danke!

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